Verschmelzung der Musikschulen Möckmühl und Neuenstadt
Vereine schließen sich zusammen
Verschmelzung soll die Musikschulen zukunftsfähig machen – Finanzierung wird angepasst
Wie soll das Kind heißen? So weit ist man
noch nicht, aber wenn alle Gremien entschieden haben und die Satzung
steht, dann wird wohl auch daran ein Knopf gemacht werden. Viele Überlegungen waren dem Entschluss vorangegangen, die Musikschule Neuenstadt und die Musikschule Möckmühl zu einem einheitlichen Verein zu verschmelzen.
„Ein großer, guter Schritt“, sagt Monika Horn, die Leiterin der Musikschulen
Neuenstadt und Möckmühl, zum für den 1. Januar 2027 geplanten Vorhaben. Auch Gunter Wacker, stellvertretender Musikschulleiter beider Einrichtungen, sieht darin die logische Konsequenz einer 25-jährigen künstlerischen Zusammenarbeit. Anders als in Neckarsulm oder Heilbronn, sind die
Musikschulen in Möckmühl und Neuenstadt keine städtischen Institutionen, sondern Vereine mit ehrenamtlichen Vorständen. Sie finanzieren sich
außer über Elternbeiträgen vor allem durch kommunale Zuschüsse.
Als Arbeitgeber attraktiver
Trägergemeinden sind die Kommunen Möckmühl, Roigheim, Widdern,
Jagsthausen, Neudenau und Billigheim für die Musikschule Möckmühl
und die Kommunen Neuenstadt, Hardthausen und Langenbrettach für die
Musikschule Neuenstadt. Der Verein in Möckmühl wurde vor 55 Jahren, der
in Neuenstadt vor 45 Jahren gegründet.
Durch eine Zusammenlegung der Trägervereine verspricht man sich Synergieeffekte in der Personalplanung und der Verwaltung. Außerdem würde
man als größere Einheit und durch eine angestrebte, wettbewerbsfähige
Bezahlung als Arbeitgeber attraktiver auftreten können. „Wir wollen qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und sie auch halten, und das wird immer
schwieriger“, sagte Monika Horn, als sie in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Neuenstadt über den Handlungsbedarf bei den Musikschulen
sprach.
Bei der Tagesordnung ging es auch um die Erhöhung des kommunalen Zuschusses, der bislang in den verschiedenen Gemeinden unterschiedlich
war, und der in den jeweiligen Räten sukzessive nun neu beschlossen wird.
Außer Billigheim mit 150 Euro Zuschuss pro Schüler und Jahr, gewähren
die Gemeinden der Musikschule Möckmühl 350 Euro Zuschuss pro Schüler
und Jahr. Die Musikschule Neuenstadt wird von seiten ihrer Trägerkommunen mit 300 Euro bezuschusst. Wollte man sich an eine tarifgerechte Vergütung annähern, wären zwischen 410 und 450 Euro erforderlich, hieß es.
Der Beschlussvorschlag war als erster Schritt für alle Kommunen eine Erhöhung auf 400 Euro, und die Kostenverteilung nach dem Wohnortprinzip. Hierbei übernimmt jede Kommune die Kosten für ihre eigenen Schüler und
es wird nicht wie bisher nach dem Unterrichtsort abgerechnet. Es wird davon ausgegangen, dass, wie bereits in einigen Gremien geschehen, alle
Kommunen dem neuen Finanzierungsmodell und der Verschmelzung zustimmen. „Nur Billigheim ist draußen“, weiß Gunter Wacker.
In der bisherigen Konstellation waren die Vereinsvorstände gewählte Gemeinderatsmitglieder und ehrenamtlich tätig. Im Lauf der Jahre mehrten
sich die Ansprüche an die musikalische Ausbildung laufend, und damit einhergehend auch juristische und steuerrechtliche Fragen. Man befürchtete,
dass wegen der hohen Verantwortung – insgesamt 39 hauptamtliche Lehrkräfte, fast 1200 Schüler – zukünftig Vorstandspositionen schwer zu besetzen sein würden. In einen gemeinsamen Verein sollen nun die Bürgermeister der Trägergemeinden in den Vorstand eintreten und damit auch die
Bindung zu den Kommunen enger werden.
Zum Wohl der Schule
Die bisherigen Vorsitzenden werden dann ihr Amt abgeben. Udo Wengenroth von den Freien Wählern ist seit 2023 Musikschulvorsitzender in Neuenstadt. „Ich würde mich freuen wenn sich unser Bürgermeister dem neuen
Verein zur Verfügung stellt“, sagt er. Seit 2024 ist Marie-Anna Traub von
den Grünen Vorsitzende in Möckmühl. „Für die Professionalisierung ist der
Zusammenschluss nötig. Persönlich finde ich es ein bisschen schade, weil
ich dann nicht mehr einen so engen Kontakt zur Musikschule habe, aber es
ist zum Wohl der Schule, und das ist mir wichtig“, sagt sie.
„Wir wollen qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und sie auch halten, und das
wird immer schwieriger.“
Monika Horn
von Waltraud Langer
